Insektenhotel – Hilfe für Insekten

Was ein Insektenhotel ist und wozu es gut ist, sagt der Name, den es in Österreich trägt. Dort nennt es sich „Nützlingshotel“. Wie der Name sagt, ist es genau dafür da: Es beherbergt Nützlinge, d.h. wild lebende Nutzinsekten.

Wozu brauchen Insekten ein Hotel?

Weltweit verschwinden immer mehr Insektenarten. Verantwortlich dafür sind Veränderungen in Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Architektur. Viele Arten sind bereits ausgestorben, den überlebenden werden langsam Lebensräume und Nistplätze genommen.

Die Konsequenz daraus ist, dass das Aussterben von Nutzinsekten sich auf die Nahrungsmittelproduktion auswirkt und zwar auf der ganzen Welt. Zum einen fressen Marienkäfer, Wildbiene & Co eine ganze Menge Schädlinge auf, zum anderen sind sie elementar wichtig für die Bestäubung vieler Nutzpflanzen.

Überflüssige Krabbler?

So mancher wird ganz zufrieden sein, wenn weniger sechsbeiniges Getier im Garten kreucht und fleucht. Bei vielen haben Insekten einen schlechten Ruf. Sie stechen, übertragen Krankheiten und sind generell lästig. Dabei interessieren sich die meisten Insekten in keiner Weise für Menschen und sind weder aggressiv noch gefährlich.

Selbst Allergiker können in friedlicher Koexistenz mit Wildinsekten leben, wenn sie einige Vorsichtsmaßnahmen befolgen. Im Unterschied zu den staatenbildenden Bienen, Wespen und Hornissen ist der Stachel vieler Wildformen zwar vorhanden, aber so weich, dass er keinerlei Schaden anrichten kann.

Wem nützt ein Nützlingshotel?

Angesichts des Nutzens, den viele Insekten haben, liegt es auf der Hand, dass ihre Lebensräume soweit wie möglich wiederhergestellt und geschützt werden müssen.

Insektenhotel
Insektenhotel – ©JackF/adobe.com

In großem Stil geschieht das vielfach bereits in landschaftspflegerischen Großprojekten zur Erhaltung der Biodiversität, in kleinem Stil ist das mit Hilfe von Insektenhotels auch im heimischen Garten oder sogar auf dem Balkon problemlos möglich.

Insektenhotels sind vom Menschen aus natürlichen Materialien hergestellte Strukturen, in denen Nutzinsekten nisten und überwintern können. Es gibt sie in verschiedenen Größen und Formen.

Manche dieser Nisthilfen bieten nur einer Insektenart Unterschlupf, andere – die eigentlichen Hotels in engerem Sinn – bestehen aus unterschiedlichen Sektionen, die den Bedürfnissen verschiedener Arten angepasst sind.

Mit ihrer Hilfe können auch im kleinsten Rahmen Lebensräume für Mensch und Tier nach permakulturellen Prinzipien geschaffen werden.

Artenschutz und Nachhaltigkeit für jeden?

Für den Hobbygärtner erfüllt das Insektenhotel im Kleinen, was vergleichbare Projekte im Großen für die Landwirtschaft tun. Sie repräsentieren einen Aspekt nachhaltigen Anbaus und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

Die Insekten fressen zum einen große Mengen an Schadinsekten (z.B. Blattläuse) und helfen beim Bestäuben der Pflanzen. Wer genügend Nutzinsekten im Garten hat, benötigt keine Pestizide für eine gute Ernte und üppige Blumenpracht.

Darüber hinaus bietet die Möglichkeit, Insekten in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu können, eine reizvolle Lernanregung, besonders natürlich für Kinder aber natürlich auch für jeden Naturfreund.

Wohin mit dem Insektenhaus?

Die Auswahl des passenden Insektenhotels hängt von dessen zukünftigen Platzbedarf ab, vom Standort, wo es untergebracht werden soll und von den Arten, die angelockt werden sollen. Nicht alle Arten haben die gleichen Bedürfnisse.

Damit die zukünftigen Bewohner die Unterkunft annehmen, sollte ihnen natürlich Rechnung getragen werden. Die Auswahl von Hotel und Bewohnern findet also im Wechselspiel mit der Umgebung statt. Auch das schönste Insektenhotel bleibt leer, wenn die Tiere keine passende Nahrung finden.

Eventuell sollten also passende Pflanzen angesiedelt werden oder das Hotel wird gleich so ausgewählt, dass es mit seinen Gästen zum Nahrungsangebot des Standorts passt.

Gelegentlich verirren sich auch Tiere, für die das Hotel eigentlich nicht gedacht ist dorthin, doch in den meisten Fällen wird so die Artenvielfalt erweitert – ein weiterer Beitrag zum ökologischen Gärtnern und naturnahen Leben.

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